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Müllverbrennungsanlage in Salzbergen: Werte stimmen wieder

Salzbergen (Lingener Tagespost). „Die thermische Abfallbehandlungsanlage (TAS) wird zukünftig optimiert gefahren. Es wird keine Auffälligkeiten mehr geben – daran lassen wir uns messen.“ Das erklärten jetzt Dr. Waldemar Schulz, Geschäftsführer SRS EcoTherm, und Erwin Junker, Betriebsleiter SRS EcoTherm, in einer Sitzung des Salzbergener Rates.

Was war passiert? Im April 2010 hatte eine Probe des Ausstoßes der Müllverbrennungsanlage in Salzbergen eine erhöhte Konzentration an Dioxinen und Furanen ergeben. Der Grenzwert beträgt nach der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) 0,1 ng/Kubikmeter; der Grenzwert der TAS beträgt 0,05 ng/Kubikmeter.

Weiteren Angaben des Betreibers zufolge hatte die TAS daraufhin unverzüglich eine Optimierung der Rauchgasreinigung unter Federführung eines unabhängigen Gutachters eingeleitet. Das wesentliche Ergebnis dieser Optimierung ist ein modifiziertes An- und Abfahrkonzept für die Müllverbrennungsanlage.

Die erhöhten Dioxin- und Furanwerte kamen im vergangenen April durch das Anfahren der kalten Anlage zustande (wir berichteten). Die Leistungsfähigkeit des neuen Konzepts sei im Rahmen der Inbetriebnahme im November 2010 messtechnisch begleitet und belegt worden. „Die Messungen des Gutachters während der Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb bestätigten übereinstimmend, dass durch diese Maßnahmen minimale Dioxin-Emissionen bei allen Betriebszuständen gewährleistet sind“, sagte Dr. Waldemar Schulz in der Ratssitzung. So habe etwa die Untersuchung der Langzeitprobe für den November des vergangenen Jahres ein Messergebnis von 0,0005 ng/Kubikmeter ergeben – was einem Hundertstel des TAS-Grenzwertes entspricht.

Die SPD wollte wissen, ob es nicht schon vorher dafür Anzeichen gegeben habe, dass es beim An- oder Abfahren zu erhöhten Dioxin/Furan-Konzentrationen kommen könnte. Schulz antwortete, dass es in der Literatur keine eindeutigen Hinweise gebe und man deshalb vorher nicht beim An- und Abfahren gemessen habe.

Aus dem Publikum, das nicht nur wegen der TAS, sondern auch wegen der Ortsumgehungsstraße den Weg in die Sitzung gefunden hatte, wurde die Frage nach Grünproben gestellt. Auch hier konnte Schulz Entwarnung geben: „Unsere Messungen haben ergeben, dass die Werte wie in einem ,Reinluftgebiet‘ sind.“ CDU und SPD nahmen die Nachbesserungen „ohne Applaus, aber mit Genugtuung entgegen“. Zudem ließ Willi Jansen (SPD) wissen, dass man seitens der Sozialdemokraten ein unabhängiges Institut einschalten wolle, um das von der TAS vorgelegte Gutachten zu überprüfen.

 
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