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Die Käthe-Kleinlich-Kolumne 01/09 Drucken E-Mail

Meine Freunde, die Weihnachtsbäume ...

In der Vorweihnachtszeit erfreue ich mich, wie viele andere auch, immer wieder an der schönen Weihnachtsbeleuchtung in unserem Ortskern. Dies lassen sich die Geschäfte und auch die Gemeinde einiges kosten. Was ich aber überhaupt nicht in meinem Kopf bekomme, ist die Tatsache, dass es doch in jedem Jahr unliebsame Zeitgenossen nicht lassen können, ihre überschüssigen Kräfte an den Bäumen und besonders an den Lichterketten auszulassen. Als wenn denen die Lichterkette mit innerer Stimme sagt: „Löse meine Fesseln, befreie mich von diesem Baum“.


Die scheinen dann mit ihrer unbeschreiblich hilfsbereiten Art nicht anders zu können und ziehen und zerren dann – meistens im Zustand geistiger Umnachtung - mit Gewalt an allem, was es zu ziehen gibt und verursachen durch diese Sachbeschädigung natürlich erhebliche Kosten. Mit normalen Verstand kann man das nicht nachvollziehen.

Bin doch nachts mal ein bisschen Streife in der City gelaufen. Treffe ich doch glatt so zwei Paradebeispiele am Bahnhof. Er, `ne Dose Bier in der Hand, Mütze auf rechtsaußen, die Hose auf halbacht, sie von der Sorte mit 15 schon `nen Freund, aber den 30. Geburtstag der Mutter vergessen und drehen doch in aller Seelenruhe die Kerzen raus.

Denen habe ich aber den Marsch geblasen. So geht es nicht. Werden die auch noch frech. „Hey Omi, mach dich locker“ … und dann auch noch so Wörter auf englisch. Habe ich natürlich nicht verstanden, aber ist vielleicht auch besser so, sonst wäre ich wahrscheinlich noch zu großer Form aufgelaufen. Ich habe mich dann so lange neben den Baum gestellt, bis alle Kerzen von den beiden Übeltätern wieder eingedreht waren. Wäre ja wohl noch schöner, sich von einigen wenigen Traum­tänzern den Ortskern ruinieren zu lassen. 

Kurze Zeit später traute ich an anderer Stelle meinen Augen nicht. Baut doch so eine hochgewachsene Oberpflaume eine komplette Lichterkette ab. „Hey Sie junger Mann, ist das hier die Lampenselbstbedienungsabteilung oder was?“ Kommt der schwankend auf mich zu und lallt: „Nö, aber ich brauch die für unsere Weihnachtsfeier.  Morgen oder Übermorgen bringe ich sie wieder zurück – sozusagen nur ausgeliehen“. Naja, die Ausrede war ja ganz originell, aber das ist doch glatter Diebstahl. Manche denken eben nur von zwölf bis mittags.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Vielleicht wird es ja in diesem Jahr besser und mein Einsatz hat sich etwas gelohnt …
Das hofft bis zum nächsten Mal

Eure Käthe

 
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