| Die Käthe-Kleinlich-Kolumne 02/09 |
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Träume sind Schäume ...Liebe Leserinnen und Leser, meine Freundin Friedchen, dass ist manchmal so eine besonders Nachdenkliche. Sitzen wir doch kürzlich bei Torte und Kaffee zusammen und sie schaut nur in ihre Tasse und rührt und rührt. Ich sage noch: „Sag mal, wartest du noch darauf, dass er steif wird, bei deiner Rührerei?“ Sie: “Ich hatte einen furchtbaren Albtraum. Alle, die in unserer Gemeinde in den Verbänden und Vereinen, bei den Kirchen oder in der Politik ehrenamtliche Aufgaben übernommen haben, sind in den Streik getreten“. Ich konnte nicht so ganz folgen. „Wie – in den Streik getreten?“ Friedchen: „Ja, stell dir dass mal vor, die machen einfach nix mehr“. Das totale Chaos herrscht. Die Messen in der Kirche dauern jetzt immer eine Stunde länger, weil der Pastor alles selber machen muss. Allein schon der Gang mit dem Klingelbeutel durch die ganze Kirche dauert mit ihm mehr als 15 Mi nuten. Blumen für die Kirche muss er selbst besorgen, weil es die Blumenfrauen nicht mehr gibt, Ker zen anzünden entfällt – dauert einfach zu lange. Den „Orgelboden“ kann er jetzt vermieten, weil der Kirchenchor nicht mehr singt, und Wein und Wasser muss er jetzt selbst ranholen, weil die Messdiener sich ebenfalls rar gemacht haben. Aber das ist ja noch nicht alles – stell dir das mal beim Sportverein vor: Fussball findet, falls überhaupt noch, ohne Schiedsrichter und Trainer statt. In unseren Turnhallen herrscht gähnende Leere, weil kein Übungsleiter mehr zur Verfügung steht, beim Reiterverein bewegt sich kein Pferd mehr und Blasmusik müssen wir teuer einkaufen, weil beim Musikverein ebenfalls die Luft raus ist. Oder beim Kolping – kein Karneval, kein plattdeutsches Theater, keine Hilfsaktionen für Polen oder Rumä - nien, keine Glaubenstage … So langsam kapierte ich die Situation. Mach te mir auch so meine Gedanken, was das beispielsweise heißen würde: Keine Kinder- und Erwachsenenkultur mehr, keine L Aktionen des Jugendfördervereins für unsere Jüngsten, Schülerlotsen haben ihre Kelle an den Nagel gehängt, Sternsinger bleiben bei der Kälte zu Hause vorm Computer, die Umweltgruppe pflanzt keine Bäume mehr, Schützenfeste fallen ebenso aus wie der Martinsmarkt und wer soll denn kommen, wenn es mal brennt? Und Blutspenden muss leider ausfallen, weil gerade mal niemand vom Ortsverein Zeit hat. Das beliebte Jugendzeltlager findet nur noch zuhause im eigenen Garten statt und die Borromäusbücherei muss leider ebenso wie das Gemeindehaus in Holsten geschlossen bleiben. Um die Heimatgeschichte kümmert sich niemand mehr – ist ja Streik, wie gesagt. Und tolle Fotos von der „Scharfen Linse“ gehören nur noch der Vergangen - heit an. Unsere Gästeführer – ach ja, auch „Schicht im Schacht“. Gemeinderat, Ortsbürgermeister, Seniorenbei rat, Kirchenvorstände oder Pfarrgemeinderäte haben sich ebenso zurückgezogen, wie die Elternbeiräte in den Schulen und Kindergärten. Und unsere Denk - mals lok rostet vor sich hin... Mir kommt langsam der Schweiß aus den Poren. Nicht auszudenken, wenn dieser Albtraum Wirklich - keit werden würde – das wäre ja das Ende. Die Ehren amtlichen sind doch der Motor für „unser Salzbergen“. Wie gut, dass auch unsere Gemeinde das zu schätzen weiß und wie sie, zum Beispiel kürzlich beim gelungenen Neujahrs empfang, genau diese Menschen für ihre Leistun gen und stellvertretend für alle, die sich um den Ort verdient machen, ehrt. |







