| Die Käthe-Kleinlich-Kolumne 03/09 |
|
|
Ärztlicher Notdienst - Wohin am Wochenende?Liebe Leserinnen und Leser, treffe ich doch kürzlich an einem Samstag - morgen am Bahnhof meine Freundin Friedchen, die müsstet Ihr eigentlich noch von ihren Alpträumen her kennen. Die sah total verbogen aus, keine Farbe mehr im Gesicht und hustete, was das Zeug hält. Ich versuchte, sie noch etwas aufzumuntern: „Na, Friedchen, geht`s auf Kegeltour“? Sie ging gar nicht auf meine Frage ein sondern murmelte immer vor sich hin: „War das noch schön, war das noch schön.“ Ich ganz erstaunt: „Was meinst du denn damit?“ „Naja“, krächzte sie. „War das noch schön, als der ärztliche Notdienst am Wochenende noch vor Ort möglich war. Jetzt muss ich ganz nach Lingen fahren und das in meinem Zustand. Das ist ja `ne halbe Weltreise“. Au Backe - davon hatte ich auch schon gehört. Ab dem 1. Januar hat die Kassenärztliche Vereinigung die Wochenendversorgung neu ge regelt. Unsere fleißigen Ärztinnen und Ärzte vor Ort können nichts dafür. Sie müssen jetzt selbst in Lingen im Bonifatiushospital an einigen Wochenenden im Jahr Dienst tun. Im Sinne der Notfall-Patienten ist das bestimmt nicht. Aber für jedes Problem gibt es doch eine Lösung. Ich sage noch: „Warum fährst du denn nicht nach Rheine, da bist du doch in wenigen Minuten dort und die Notfallpraxis am Mathias Spital ist doch immer samstags und sonntags von 08.00 Uhr – 22.00 Uhr geöffnet. Außerdem verbindet uns doch mit Rheine eine gute Nachbarschaft!?“ Die Gesichtszüge von Friedchen hellten sich auf: „Ja geht denn das?“ Ich in meiner forschen Art: „Friedchen, eins sage ich dir – geht nicht, gibt’s nicht!“ In ihrem Zustand konnte ich Sie jetzt nicht alleine lassen. Also rauf auf Gleis IV Fahrkarten kaufen. Ach Mist, hatte ich ganz vergessen, hier wurde der Automat ja abgebaut. Also Treppe wieder runter, Treppe hoch und an Gleis III bekam ich dann meine Tickets. Minuten später waren wir schon in Rheine, ein kurzer Fußweg schloss sich an und schon waren wir bei der Notfallpraxis am Mathias-Spital angelangt. Zuerst waren wir ja ein bisschen nervös, ob das wohl klappen würde. Aber die Helferin dort begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln und nach einer kurzen Wartezeit – es sind ja wirklich viele Menschen krank im Moment - war Friedchen schon an der Reihe. Überhaupt kein Problem. Ich in meiner etwas interessierten Art habe dann noch mal nachgefragt, ob denn die Ärzte aus Rheine auch Hausbesuche bei uns machen dürfen. Aber das geht leider nicht. Das hat wohl mit den Grenzen der Kassenärztlichen Vereinigung zu tun, wie ich erfahren konnte. Also Salzbergen gehört zur Kassenärztlichen Vereinigung Nieder - sachsen und Rheine zu Westfalen-Lippe. Aber auf jeden Fall bin ich schlauer geworden: Eine Behandlung für die Salzbergener in der Notfallpraxis Rheine ist möglich und falls ein Arzt für einen Hausbesuch benötigt wird, muss die einheitliche Nummer 05 91 - 50 00 angerufen werden. Dann kommt ein Arzt aus Lingen. Bei lebensbedrohlichen Notfällen wählt man die bekannte Rufnummer 112. Eigentlich ganz einfach, das meint bis zum nächsten Mal |







