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Die Käthe-Kleinlich-Kolumne 05/09 Drucken E-Mail

Rauchverbot ist des Wirtes Not?

Na, habt Ihr Euer Fahrrad schon geputzt? Ich schon, denn ich plane am 1. Mai mit meinen Freundinnen Frieda und Anni eine Tour durch das südliche Emsland. Und natürlich dürfen nach alter Sitte Birkenzweige an der Lampenhalterung am Fahrrad nicht fehlen und schon kann`s losgehen.

Und einkehren werden wir natürlich auch, gehört ja irgendwie mit dazu. Aber ich werde die Örtlichkeit vorher genauestens inspizieren. Nicht, dass es uns so geht, wie vor einiger Zeit in unserem schönen Örtchen, als wir drei Damen nach langer Abstinenz mal wieder einen Kneipenbummel veranstaltet haben.

Kommen wir noch frohgelaunt in die erste Gaststube, richten uns schön gemütlich an unserem Tisch ein und was mussten wir sehen? An der Theke wurde doch glatt noch gequalmt, was der Schornstein so her gibt. Und dabei ist doch das Rauchen schon längere Zeit in Gaststätten eigentlich tabu.

Um dann nicht am nächsten Morgen vom eigenen Ehemann als Räucherstäbchen tituliert zu werden, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Kneipe. Hier war zufällig auch unser Bürgermeister anwesend. Und was soll ich Ihnen sagen: kein Aschenbecher auf Theke oder Tisch, keine Kippen in den Händen der Raucher, einfach super. Das nenne ich doch mal gesetzestreues Verhal - ten. Aber kaum hatte der Bürgermeister das Lokal verlassen, trauten wir unseren Augen nicht: aufhellende Mienen an der Theke, Aschenbecher wurden verteilt, die Hände einiger Gäste wanderten schwuppdiwupp abwärts in ihre Hosentasche, Schachtel raus, Fluppe in den Mund, das Feuerzeug wurde kollektiv eingesetzt, die ersten Qualmwolken stiegen auf und schon waren sich alle einig, dass der Bürgermeister sich auch lange genug in der Kneipe aufgehalten habe.

Na Prost Mahlzeit, so ist das also. Kaum ist der verlängerte Arm des Gesetzes nicht mehr zu sehen, besteht nach Ansicht einiger Zeitge - nossen kein erkennbarer Grund mehr, sich an Vorschriften zu halten. Außerdem wird durch dass Verhalten gerade auch die Gesundheit der Mitmenschen gefährdet. Steht doch zudem auf jeder Packung zu lesen.

Ich habe mal kurz durchgezählt, an der Theke saßen so ungefähr 750,00 Euro Bußgeld. Das wäre doch eine gute Einnahmequelle für unsere Gemeinde, die diese Gelder für sinnvolle Dinge ausgeben könnte, wie zum Beispiel für Rauchmelder, meint bis zum nächsten Mal

Eure Käthe

 
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