„Wir wollen, dass Sie erholt ankommen …“ Abenteuer an Gleis IV
In der letzten Zeit habe ich mit meinerFreundin Wilma mal so Revue passierenlassen, was denn so aus meinenAnregungen im „Gemeindeblättchen“geworden ist.Also das mit den gelben Säcken im Rathaus ist jetztkein Problem mehr, das Parken auf dem Radwegam Sportplatz hat sich wesentlich verbessert, Hundekot liegt auch nicht mehr so viel überall rum(oder?), der Radweg an der Landesstraße nach Rheine wird jetzt vom Land zumindest in Teil -bereichen saniert, die ärztliche Wochenenddienstversorgungin Rheine und Lingen hat sichmittlerweile eingespielt und das Rauchverbot in Gaststätten soll ja auch überwiegend eingehaltenwerden, um hier nur einige Beispiele zu nennen.
Wilma wies darauf hin, unser Bahnhof, der müssteauch mal mit in meine Überlegungen einfließen. Damit hat sie auch recht. Sie meinte aber nicht inerster Linie den sonderbaren Ammoniakgeruch,der manchmal wohl infolge plötzlichen Wasserlassens im Tunnel wahrzunehmen ist, sondern vielmehrden verzweifelten Versuch, z. B. mit einemKoffer auf den Bahnsteig zu gelangen. Spätestensnach der zehnten Stufe wird dringend eineVerschnaufpause angeraten. Von Müttern mit Kinderwagen, älteren Mitmenschen oderReisenden, die auf den Rollstuhl angewiesen sind,gar nicht zu reden. Das geht nämlich ohne fremde Hilfe gar nicht. Oder die armen Radfahrer und Urlauber, die einen Teil ihres Weges mit dem Zugfahren, um unser schönes Emsland zu bewundern.Das ist ja wirklich eine Zumutung, sich hier reichlich bepackt den anstrengenden Weg zu denGleisen zu „bahnen“. Von der Qualität her ist dasso, als wenn ein Fahrgast durchs Fenster ins Taxieinsteigen müsste.
Mein besonderes Mitgefühl gilt demjenigen, dervon Gleis IV abfährt und dort, ohne im Besitz einer Fahrkarte zu sein, zu spät feststellt, dass der Fahrkartenautomat dummerweise an Gleis IIII steht. Da steht nämlich dann zusätzlich die schwierige Entscheidung an, lasse ich meinen Koffer hierkurz herrenlos zurück, wenn ich wieder über 100 Stufen für den Fahrkartenkauf auf mich nehme,oder nehme ich ihn unter großen Mühen mit,damit er nicht abhanden kommt.
Hier müsste seitens der Bahn als Dienstleistungsbetrieb mal für die Reisenden investiert werden. Eswürde ja schon ausreichen, wenn an den Aufgängen zu den Bahnsteigen entsprechende Vorrichtungen geschaffen würden, um hier Koffer, Kinderwagen, Fahrräder usw. ohne größere Kraftanstrengung von und zu den Bahnsteigentransportieren zu können.
Wusstet ihr eigentlich,dass es in Salzbergen täglich 600 Ein- und Aussteiger am Bahnhof gibt? Diese schon enorme Zahlreicht aber angeblich nicht aus, da eine Förderung des behindertengerechten Umbaues erst ab 1.000 Ein- und Aussteigern erfolgt. Habe doch vor kurzem einen Slogan der Bahn ausdem Jahre 1974 gefunden: „Wir wollen, dass Sieerholt ankommen“. Genau richtig, denn danach sehnen sich dieReisenden und Kunden der Bahn nämlich ganzbesonders. Aber große Sprüche allein reichen hiernicht, sondern es muss dringend gehandelt werden.
Das meint bis zum nächsten Mal
…Eure Käthe |