Die "anderen" im Straßenverkehr
Traf ich mich neulich mit meiner Freundin Frieda wieder mal zum Kaffeeklatsch im Café an der Kirche. Die war vielleicht aufgeregt, kann ich euch sagen. Hatte sich doch ein anderer Autofahrer vor ihr in die von ihr sicher geglaubte Parklu?cke gedrängt. Sie musste sich wohl oder u?bel einen neuen Parkplatz in diesem Bereich suchen.
Meine Freundin Frieda vertrat die Auffassung, ich sollte mal was u?ber das Verhalten einiger Autofahrer im Straßenverkehr berichten. „Wieso?“ sage ich, „Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“. Daraufhin Frieda: „Nehmen wir doch zum Beispiel den Kirchvorplatz zwischen Gemeindezentrum und unserer Pfarrkirche. Dort wurde wegen der notwendigen Feuerwehrzufahrt ein eingeschränktes Halte verbot angeordnet. Das Problem ist nur, dass es fast niemanden interessiert. Es soll sogar Kirchen besucher geben, die meinen, dass sie dort ja schon immer geparkt hätten und sowieso gelte das irdische Verbot doch wohl nicht während der Messzeiten“. „Oder betrachten wir doch mal unseren Marktplatz vor Bertling-Bojer“, wetterte Frieda weiter. „Wenn man den Parkplatz in Richtung Bahnhofstraße verlässt, sieht man ein blaues Schild mit einem weißen Pfeil nach rechts. Und dass ist nicht etwa der Wegweiser zum Hallenbad, sondern es handelt sich dabei um ein offizielles Verkehrsschild mit der Bedeutung „Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts“. Das Problem ist wiederum nur, dass sich viele Autofahrer nicht daran halten“. Frieda weiter: „Beliebt bei einigen Autofahrern sind auch das Befahren abgesperrter Strecken wie z.B. in diesem Jahr wieder bei den Aufbauarbeiten zum Martinsmarkt in der Bahnhofstraße. Interessiert, wie man so ist, schaut man sich aus dem fahrenden Pkw mal an, wie weit die Aufbauarbeiten denn schon vorangeschritten sind oder was so alles auf dem Markt geboten wird. Dass dadurch die dort auf der Straße tätigen Personen gefährdet werden, scheint eher nachrangig zu sein“. „Ich habe noch weitere Punkte im Gepäck“, erklärte Frieda, die langsam zur Hochform auflief. „Nehmen wir doch mal das Verbindungsstu?ck zwischen Emsstraße und Lindenstraße. Aus Richtung Holsten steht dort ein Schild mit dem Hinweis „Verbot fu?r Kraftfahrzeuge aller Art“. Und was muss man dort beobachten? Um die Ampelanlage zu umgehen, wird dieses Schild von einigen „Verkehrsexperten“ einfach ignoriert. Wofu?r brauchen wir denn u?berhaupt noch Verkehrsschilder?“ Nachdem sie ihren ganzen Frust abgelassen hatte, bot sie mir freundlicherweise an, mich mit ihrem Auto nach Hause zu fahren. Beim Einsteigen bemerkte ich einen Zettel an ihrer Windschutzscheibe. Ich dachte zunächst, mal wieder Rekla - me, aber beim genaueren Betrachten kam ein Knöllchen zum Vorschein … Ich sah sie nur schweigend an und reichte den Ver waltungsakt ganz vorsichtig an sie weiter. Ihre Augen weiteten sich und die Gesichtsfarbe änderte sich schlagartig: Parken auf einem Behindertenparkplatz – 35,00 Euro fu?r die Staatskasse. Es platzte förmlich aus ihr heraus: „Also das ist doch wohl nicht zu glauben – mit den Autofahrern kann man`s ja machen …“
Trotzdem „Frohe Weihnachten und allzeit gute Fahrt“ wu?nscht …
Eure Käthe |